Lifting, Pruning, Plucking, Thinning…
16 01 2011So langsam bekommt man wieder so etwas wie “Alltag”:
6 Uhr aufstehen, Frühstück und Lunch machen, 7 Uhr Abfahrt, 10 Uhr erste Pause, 13 Uhr Lunchbreak, etwa 16 Uhr Schluss, danach schnell in die Dusche sprinten um nicht ewig warten zu müssen, wenn alle besetzt sind und danach eventuell noch in die Bibliothek um das WiFi auszunutzen. Und das von Montag bis Freitag, Wochenende komplett frei (zumindest für meine Gruppe) – das kann sich doch so sehen lassen 🙂
Ein Vermögen verdiene ich so vielleicht nicht, aber da ich ja doch eine ganzen Weile hier bleiben werde wird sich ja doch noch Einiges ansammeln. Zumindest hoffe ich das, denn momentan sammeln sich wirklich verdammt viele Ausgaben an:
- Autoreparatur: Mein Auto quitscht! Immer wenn ich das Auto starte, besonders weit lenke oder sonst wie anfahre fängt es einfach viel zu laut zu quietschen an. Ich hab schon ein paar Leute aus dem Hostel draufgucken lassen, es wird wohl der Keilriemen(??) sein, oder was auch immer “belt” unter der Motorhaube in deutsch heißt. Naja, nächstes Wochenende…
- Computerreparatur: Ja, auch mein Computer spinnt momentan, von heute auf morgen findet er keine Hotspots mehr. Ich hab absolut nichts umgestellt, aber auf einmal hat er einfach nichts mehr empfangen. Ich hab zwar unseren Computerprofi hier im Hostel mal drauf gucken lassen, aber ein Ire kann mit einem deutschen Computer ja nicht viel anfangen… Und Windows XP kann man ja leider nicht auf Englisch umstellen :/ Also noch ist mir völlig unklar was ich machen soll. Das heißt übrigens auch, dass ich noch weniger schreiben kann. Auch wenn es momentan ja eher weniger zu berichten gibt.
- Externe Festplatte: Das muss leider sein, mein Computer ist jetzt schon einfach viel zu voll, ich hab ja nicht allzu viele GB auf meinem kleinen Netbook. Und so mussten auch schon wieder $99 dran glauben…
- Foto-CD’s: Fotos über Fotos von Neuseeland sind zwar schön und gut, die aber auf CD zu speichern ist leider viel teuer. Ich hab jetzt etwa 5 GB fotografiert, das ist soviel, dass man sogar DVDs nehmen musste, die nochmal doppelt so teuer sind. Nochmal $30!
- Meine Uhr ist kaputt – irgendwie geht so langsam alles den Bach runter :/ Und die billigste im Warehouse war dann auch nochmal $20.
Innerhalb eines Tages hab ich dann auch schon wieder alles Verdiente aus meiner ersten 3-Tages-Arbeitswoche in Blenheim ausgegeben – super! Jetzt hoffe ich nur noch, dass das Auto und mein Computer nicht allzu viel kosten werde oder zumindest einen Wochenlohn nicht übersteigen, denn irgendwann muss ich ja auch mal anfangen für die Südinsel zu sparen.
Mein Arbeit ist eigentlich auch ganz human, nach zwei Tagen Wire-Lifting sind wir dann zur eigentlichen (Frauen-)Arbeit übergegangen und die ändert sich auch jeden Tag. Kommt halt drauf an, was die Leute so von einem wollen.
Shoot Pruning/Thinning: Die primitivste und schnellste Arbeit, die deswegen auch am meisten Spaß macht 😀 Im Prinzip muss man nur die Reihen entlang laufen und wenn unten an den Reben ein Ast raushängt, der da nicht sein sollte oder am “Stamm” ein paar kleine Äste wachsen müssen wir die einfach nur abschneiden!
Leaf Plucking: Überhaupt keinen Spaß dagegen macht Leaf Plucking. Den ganzen Tag geht man die Reihen ab und reißt die unteren Blätter ab – meisten 50%, manchmal mehr (wir hatten auch schon 80% – irgendwie muss fast alles ab, aber irgendwie auch nicht… so einfach ist das nicht!) oder auch weniger. Und das in einem irren Tempo, man kann ja nicht jedes Blatt einzeln abreißen, sondern man bewegt kontinuierlich total schnell seine Hände rauf und runter um auch irgendwann mit den Reihen fertig zu werden. Anstrengend und noch langweiliger als vineyard work an sich. Aber zumindest werden wir stündlich und nicht nach Menge bezahlt, das macht es schon etwas einfacher 🙂
Bunch Thinning: Uns wird gesagt wie viele bunches voller Trauben abgemacht werden sollen und dann gehen wir einfach nur von Pflanze zu Pflanze und schneiden sie ab. Manchmal machen die es auch noch etwas komplizierter und sagen, dass sie noch 40 bunches am Baum dran haben möchte – aber niemand ist so doof und zählt die bunches am Baum durch! Irgendwann schneidet man einfach nur noch hier und da ein paar ab, so dass der Boden voll aussieht und so bewegt man sich halt weiter… Nicht besonders anstrengend, nur total nervig, wenn die Reihe nach einer Stunde immer noch so lang ist .
Also momentan ist hier echt nicht viel los: ein paar Geldsorgen, aber ein nettes kleines Hostel mit super Leuten und den neusten Filmen auf Sky (yay!).
Und (Achtung, jetzt kommt DIE Ankündigung!) ich hab mich endlich um die Umbuchung meines Rückflugs gekümmert! Das heißt, ich kann endlich sagen, wann ich genau wieder in Deutschland ankomme: der 6.7. wird es sein! Ich hab ja eigentlich Ende Juni geplant, aber die paar Tage machen es dann auch nicht mehr und so muss ich wenigstens nichts draufzahlen! Die genauen Daten schreib ich dann, wenn ich die Unterlagen runterladen konnte, wann auch immer das sein wird, hab ja kein richtiges Internet…
Sollte ich aber irgendwann mal wieder Internet haben, kann ich auch wieder Bilder veröffentlichen, wie es denn hier so im Hostel und auf Arbeit zugeht 🙂
Kategorien : Marlborough


