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14 10 2010

Jetzt sind es schon zwei Wochen hier im Hostel und es kommt mir immer noch vor, als wäre ich gestern erst angekommen. Die Arbeit macht einen aber auch total fertig, jeden morgen 6.30 Uhr aufstehen, bis 17 Uhr, manchmal auch bis 20 Uhr arbeiten, kurz essen, duschen und schon wieder schlafen gehen, für was anderes hat man auch einfach keine Lust mehr. Letzten Dienstag dachten wir noch, dass erst einmal keine Arbeit mehr gibt, am nächsten Tag 8.30 Uhr wurde dann aber Ida aus meinem Zimmer angerufen, dass noch ganz dringend welche in einem anderen Packhaus benötigt werden – erster Gedanke: Geld! Also schnell aufstehen und ab ins neue Packhaus… Anfangs mussten wir nur die Boxen mit Folie und Plix (komische Plastikformen für Kiwis) ausstatten, aber ganz um die Kiwis kamen wir dann doch nicht drum rum.
Ganz seltsam war dann am ersten Tag nur die Aussage: “Ja, ihr müsst nicht bis 8 bleiben, ihr könnte schon um 5 gehen, dann habt ihr morgen wenigstens noch was zu tun.” Also eigentlich hatten wir gar nicht soviel Arbeit, aber irgendwie ging es dann doch noch daran Kiwis auszusortieren. Naja, okay, waren ja nur 3 Tage, aber von 8 bis 8 zu arbeiten ist schon echt krass… Vor allem wenn man den ganzen Tag immer das gleiche macht. Box nehmen, öffnen Kiwi nehmen, drücken, drehen, in die nächste Box packen, nächste Kiwi nehmen, blaaaa… Box zu machen, wegstellen, nächste Box nehmen. Schrecklich eintönig, grausam und schlecht bezahlt, aber was solls. Dafür freut man sich Sonntags umso mehr: PAYDAY 😀
Was man sich wahrscheinlich gar nicht vorstellen kann, sind die Schmerzen, die einem die Kiwis zu fügen können… Am zweiten Tag hab ich mir den kleinen Finger aufgerieben, nach mehreren tagen hab ich ganz viele Schnitte von den Haaren bekommen, auf dem Handrücken hab ich ganz viele wunde Stellen von den Boxen – irgendwann tut jeder Handgriff weh! In dem Packhaus, in dem wir nur 3 Tage waren, lagen für alle Handschuhe aus, da sah auch keiner ein Problem drin. Aber in unserem eigentlichen Packhaus heißt es: “Handschuhe gibt es nicht, damit könnt ihr die Kiwis gar nicht richtig fühlen!” Die gibt es nur bei Allergien… einmal hab ich welche bekommen, als ich gesagt habe, wie weh es doch tut, aber an den Folgetagen waren dann schon wieder keine mehr da :/ Also keine Ahnung, wie lange man das so aushalten soll.
Ganz krass war aber der Tag, an dem wir (natürlich offiziell, nur so nebenbei) erst auf der Arbeit erfahren haben, dass wir nicht bis 5, sondern bis 8 arbeiten müssen! Das heißt jeder hat sich bis 5 eingestellt, auch nur dementsprechend viel Essen mit, nur um dann noch zu erfahren (oder auch nicht!), dass man noch 3 Stunden länger arbeitet. Was ja aber erst die echte Sauerei war, war dass unser Supervisor es nicht für nötig erachtet hat und zu sagen, dass wir länger arbeiten, dass haben wir nur in den Pausen von den anderen Gruppen erfahren. Ganz schön dreist…

Aber okay, irgendwann ist einem alles egal, hauptsache Geld! Ach wenn man sich irgendwann fragt, ob diese Schmerzen das Geld überhaupt wert sind. Wie auch immer, die Packhauszeit ist eh bald vorbei, dann geht es eventuell noch auf die Plantagen ein bisschen an den Kiwipflanzen rumschneiden und irgendwann dann weiter nach Coromandel.

Wirklich viel passiert hier eigentlich nicht, die Tage laufen halt immer gleich ab – Arbeitsalltag halt 😀
Aber ein bisschen mehr über das Leben im Hostel gibt es dann auch bald 😉



Auf und davon

6 09 2010

Rucksack ist so gut wie gepackt, den meisten hab ich Tschüss gesagt und morgen um 9 gehts los nach Braunschweig zum Zug.
Ich bin echt froh, dass ich gestern nicht zu viele eingeladen habe, mir gings danach im Zug schon sch…lecht genug. Naja, ich hoffe, diese Stimmung vergeht, sobald ich erstmal gestartet bin, spätestens wenn ich dann dort ankomme.

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Naja, das war zumindest mein vorerst letzter Eintrag aus Deutschland, das nächste Mal bin ich schon am anderen Ende der Welt 🙂



Noch 24 Tage – Arztgerenne und anderes Geplänkel

13 08 2010

Jetzt ist es schon nicht einmal mehr ein Monat hin, ab jetzt wird die Zeit verfliegen – Angst! Aber die Vorfreude siegt trotzdem, das Schlimmste werden eh nur die ersten Tage, danach sollte ja alles ganz gut klappen.

Ich renne momentan von einem Arzt zum anderen und mache letzte Besorgungen die noch anstehen. Vorgestern Augenarzt – neue Werte und Kontrolle für meine neue Brille, oder eher BrilleN, schließlich brauch ich auch eine Sonnebrille mit Stärke. Dauert aber noch bis zum 24.8. bis ich die abholen kann.
Gestern morgen hab ich in meinem klugen Buch gesehen, dass ein Nothilfepass empfohlen wird. Die Passage scheine ich vorher irgendwie ignoriert zu haben… Jedenfalls haben wir beim Hausarzt angerufen und 2 Stunden später saß ich in der Praxis und mir wurde Blut abgenommen. (YAY! Ich erfahre auch endlich mal meine Blutgruppe!) Ich war dann nur leicht irritiert, dass mein Arzt mir sagte, dass ich eventuell fehlende Impfungen selbst bezahlen müsste, weil die die Krankenkasse nicht mehr übernimmt. 95€ hätte ich auch nicht für eine Impfung bezahlt, aber die bei der Krankenkasse am Telefon meinten, dass sie das doch übernehmen. Naja, Montag muss ich eh hin um mir meine Ergebnisse abzuholen, dann hol ich mir wohl gleich mal einen Termin für die Impfungen, sicher ist sicher.
Nächste Woche gehts dann noch zum Zahnarzt und mehr muss ich hoffentlich nicht machen, ist ja auch nicht mehr wirklich Zeit dafür.
Am Montag muss ich dann morgens meinen Vater nach Magdeburg in die Klinik fahren, dann kann ich ja gleich mal in der Schule nachschauen. Frau Reinemann sollte mir ja eigentlich eine Referenz für meine Uni-Bewerbungen schreiben, aber ich hab seit dem Abiball nichts mehr von ihr gehört. Also ich würde das ja schon gerne noch erledigt haben, bevor ich fliege :/ Und einkaufen müsste ich auch noch mal.

IMG_7152In der Apotheke hab ich mich gestern mit allen möglichen Medikamenten eingedeckt, die ich eventuell mal gebrauchen könnte. ich bin ja eigentlich nicht besonders anfällig für Krankheiten, aber bevor ich ich dort irgendetwas brauche, aber keine Ahnung habe was ich bekomme, decke ich mich lieber vorsorglich ein. Und Pflaster und Wundsalbe und so etwas sollte ja sowieso nicht fehlen. Wär auch sehr unwahrscheinlich innerhalb von 10 Monaten GAR nicht krank zu werden 😉 Und ja – in das kleine Ding passt wirklich alles rein!

Im Prinzip fehlen mir nur noch Kleinigkeiten, nichts Besonderes, aber irgendwie fällt mir immer wieder was Neues ein, was ich noch brauche:

  • Stativ
  • SD-Karten
  • kleiner MP3-Player
  • Kalendar + Notizblock
  • Minitaschenrechner
  • Fleece-Jacke

Wahrscheinlich fällt mir dort noch so einiges ein, aber ich bin ja nicht am Arsch der Welt (naja… irgendwie ja doch), dort gibt es ja eigentlich auch alles was man brauchen könnte.



Mein Name ist Ananas, die Küchenfee.

10 08 2010

Ich bin so verdammt froh nach 10 Tagen Küchenarbeit wieder zu Hause zu sein und einfach nichts zu tun! Irgendwie war es  zwar ganz schön, aber total anstregend. Ich stand wirklich dauernd (allein!) in der Küche und hab im Prinzip nur abgewaschen, das dauert bei fast 60 Leuten ja eine ganze Weile. Morgens und abends hab ich Körbe für die einzelnen Gruppen zusammengestellt, also Wurst- und Käseplatten und was da halt alles für ein Essen dazu gehört. Das hat anfangs alles noch ganz schön lange gedauert, aber es wurde besser. Nach dem ersten Mittagessen hab ich bis 16 Uhr mit dem Abwasch gebraucht, am Ende nur bis 14 Uhr.  War auch nötig, ich musste nämlich nachmittag noch die Sanitäranlagen (die eigentlich eh keiner benutzt hat) putzen, also Spiegel, Waschbecken, Klos, fegen und wischen. So lange hat das zum Glück nicht gedauert, Spaß macht das ja nicht gerade 😉
Nach ein paar tagen Eingewöhnung hab ich auch mal ein paar Pausen gefunden hab an den Aktivitäten teilgenommen. Am besten fand ich die Fahrt nach Sternberg, dadurch ist nämlich das Mittagessen ausgefallen und ich musste nichts abwaschen 😛
Mit den Kindern hatte ich dann auch irgendwann mehr zu tun, mit einigen kam ich sogar richtig gut klar. Die zwei „Prolls“ unter den Kindern waren eigentlich total nett und haben mir in der Küche sofort geholfen, wenn ich Probleme hatte : Ich hatte morgens vergessen das Brot aus dem Tiefkühler zu nehmen und war dann total in Zeitverzug, da haben mir die beiden sofort unter die Arme gegriffen und haben die Körbe weitergepackt, während ich mich im das Brot gekümmert hab. Ein Mädchen von den Zwillingen wollte mir unbedingt beim Abtrocknen helfen, weil sie Arbeit so sehr liebt – wie kann man nur 😉 Und sie hat geredet und geredet  und gar nicht mehr aufgehört, aber süß war sie schon irgendwie.
Ich war abends zusammen mit einer der Betreuer Gute -Nacht-Sagen und die Kinder haben geraten wie ich heiße, weil die meisten einfach nur wussten was ich mache. Nachdem sie das ganze Alphabet durchgegangen sind und irgendwann bei „An“ angekommen waren kamen wirklich alle möglichen Namen: Anna, Anna-Lena, Amerika und schließlich sogar Ananas! Seitdem bin ich Ananas, die Küchenfee 😉
Ich hätte nie gedacht, dass ich doch so  gut mit den Kindern klar komme, aber die waren alle eigentlich ganz nett… Mir haben die Betreuer danach auch gesagt, dass die Kinder im Durchgang total ruhig und langweilig waren im gegensatz zu sonst. Naja, ich konnte damit gut leben!

gruppe

Maickel, Katha, Jule, Olli, Flo, ich, Lars, Emmi, Maik

Das war unsere Truppe, die meisten waren schon ein eingespieltes Team und waren teilweise schon zum 10. Mal, wenn nicht sogar noch mehr.
Maik war der Musikalische, schreibt eigene Songs, spielt Gitarre und hat am letzten Abend den Lagersong vorgestellt. Ich hoffe, das wird bald auf Youtube zu finden sein…
Maickel war erst 17 und der Praktikant, den konnte ich ab und zu mal zum wischen verdonnern, weil er ja irgendwie alles machen muss 😉 Ich hab mit ihm in einem Zimmer geschlafen und jeden morgen 6.30 Uhr hat sein bescheuertes Handy geklingelt, es lag direkt neben seinem Ohr – und er hat es trotzdem nicht gehört! Versuch mal einen Stein zu wecken, das ist nicht lustig u.û
Lars wurde jeden Abend bei „Schlag den Lars“ fertig gemacht… Oder auch nicht, seine Größe hat auch seine Vorteile. In den Pausen hat er immer die Bravo studiert um auf dem neusten Stand zu sein –  das hat sich auch ausgezahlt! Aber am Ende haben dann doch die Kinder mit einem Punkt Vorsprung gewonnen 🙂

War also ne verdammt anstrengende Zeit, aber irgendwie trotzdem schön. es war eine Erfahrung in der Lüche zu arbeiten, aber nochmal brauche ich das definitiv nicht…



Ab ins Ungewisse

31 07 2010

In einer Stunde mache ich mich auf nach Magdeburg, um von dort nach Schlowe mitgenommen zu werden. Noch nie davon gehört? Ich vorher auch nicht 😉
Ich weiß noch nicht wirklich ob ich mich freuen oder Angst haben soll. Irgendwie hab ich keine Ahnung was mich eigentlich erwartet, keine Ahnung ob ich dort allein in der Küche stehe (Hey, im Team gibt es nur eine Küchenkraft, aber im Vertrag steht nicht, dass ich zum Mittagessen kochen verantwortlich bin – gibt es also noch einen Koch? Fragen über Fragen…) und überhaupt. Wir kommen ja ziemlich spät an, ich hoffe ehrlich ich hab morgen früh noch genügend Zeit um mich mit der Küche vertraut zu machen. Aber Moment mal: muss ich morgen früh auch schon ran? Immerhin kommen die Kinder erst morgen Vormittag!
Wie gesagt, ich weiß irgendwie gar nichts und lass mich überraschen, aber vielleicht wirds ja doch eine ganz schöne Zeit 🙂