Ein bisschen im Nirgendwo
10 03 2011Ashburton ist ja mal alles andere als eine Touristenstadt, deswegen ist es wohl auch einfacher hier an Arbeit zu kommen – die meisten wissen ja nicht einmal wo Ashburton überhaupt liegt, auch wenn es gar nicht mal soo klein ist. Die Stadt ist echt eher uninteressant, es gibt halt die größeren günstigen Supermärkte, Mäcces und was man halt sonst noch so braucht (ja, Mäcces braucht man auch – kostenloses unbegrenztes Internet!). Und (aus welchem Grund auch immer) eine Touristeninformation (welche Touristen?), die mir sogar bezüglich meines Jobs helfen konnte!
Am Telefon meinte man zu mir “Ruf dann einfach an, wenn du da bist”, dann bin ich also in das i-Site (sowieso die erste Station in jeder neuen Stadt), und wurde dort schon von allen Seiten vollgequatscht, bevor ich überhaupt zum anrufen kam… Erst von einem Amerikaner, bei dem ich bis heute nicht weiß, was genau er von mir wollte, außer dass ich ihn doch anrufen soll (was ich bis heute nicht gemacht hab), “das wird schon seinen Grund haben”, und dann auch von der Arbeiterin dort. Die hat nur den Namen der Farm gesehen und schon: “Ach da bist du! Ich weiß wo das ist, weißt du denn schon ob du da wohnen kannst? Nein? Weißt du denn wo das ist? Ich kann ja mal die Eltern anrufen, die kenne ich, blablablabla”. Irgendwann kam ich dann wirklich mal dazu überhaupt hier auf der Farm anzurufen – kam aber nur der Anrufbeantworter. Dann ging die Frau natürlich ab und hat gleich die Eltern von meinem Chef angerufen, ich sollte dann dort vorbeischauen und dann weitersehen. Dann musste ich also zu den Eltern fahren (peinlicher geht es ja eigentlich kaum noch…) und wurde dort dann von dem Enkel abgeholt, dem ich dann im Affenzahn hinterher fahren musste. Und so bin ich dann schließlich doch noch hier angekommen 😀 Wenn auch über Umwege…
Hier scheint sowieso alle sehr unorganisiert zu sein. Alles über die Arbeit und die Unterkunft erfahre ich nicht von den Angestellten, sondern von den anderen Backpackern, die hier wohnen, ich wusste gar nicht wann mein erster Arbeitstag ist, wo ich hinmuss, wie ich hinkomme, und so weiter. Ging dann natürlich alles irgendwie, aber ein bisschen mehr Informationen hätte ich mir schon gewünscht. Auch jetzt wissen die immer noch nichts von mir außer meinem Vornamen und meiner Handynummer, obwohl ich jetzt schon 4 Tage gearbeitet hab! “Yeah, I will sort that out during this week.” Na alles klar u.û
Die Arbeit ist eigentlich gar nicht mal so schlecht, im Onion Shed war es ganz relaxt, auf der Erntemaschine ist es zwar ganz schön laut, aber im Großen und Ganzen auch nicht so übel und ne ganze Menge Stunden hab ich auch… Ärgert mich nur ein bisschen, dass die im Onion Shed jeden Tag 10 Stunden haben, während wir auf der Erntemaschine immer nur um die 8 haben – ich will auch so lange arbeiten und Geld verdienen! Aber bald soll es ja mit den Kartoffeln richtig losgehen, dann gibt es hier Tag- und Nachtschicht, mit jeweils 9 Stunden – na immerhin. Zumindest hoffe ich momentan auch am Wochenende arbeiten zu können, zumindest samstags soll es wohl Arbeit geben… Na hoffentlich spielt das Wetter auch mit. Kann ja nicht sein, dass Früchte UND Gemüse sich gegen mich verschworen haben 🙂
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